DSC_1135

 

Mehr davon unter: https://derkochendepastor.de

Mein Name ist Mauricio da Silva Carvalho und ich bin seit 16 Jahren Pastor in der Josua Kirche in Hamburg Ottensen. Ursprünglich komme ich aus Brasilien, lebe allerdings schon seit 27 Jahren in Deutschland. Ich bin verheiratet und Vater zwei erwachsenen Söhnen. Neben der Gemeindearbeit bin ich leidenschaftlicher Koch seitdem ich 6 Jahre alt bin. Mein erstes Gericht war ein Omelett, welches ich immer wieder für meine Schwester gemacht habe. Essen ist, in meiner Heimat Brasilien, sozial gesehen sehr wichtig. Es bringt nämlich Freunde und die Großfamilie zusammen. In meiner Kindheit wurde das Sonntagsessen erst vorbereitet, wenn die Gäste eingetroffen waren, denn der Kochvorgang gehörte damals zur Begegnung dazu.

Kochen und Kirche – passt das zusammen?
Und so kommt eins zum andern!  Als ich vor sieben Jahren mein erstes Kochprojekt gestartet habe, sah ich dies als einen Weg, mit Menschen in Kontakt zu treten. Ich versuche einen Raum zu schaffen, wo Christen und Menschen mit anderen Weltanschauungen sich regelmäßig begegnen können und dadurch Gespräche und Vertrauen wachsen können. Die Kirche wurde zu einer Küche und die Nachbarschaft zu unseren Gästen. Ich sage immer, dass das Kochen meine persönliche Art zu predigen ist, denn die Botschaft der Liebe Gottes erreicht einen Menschen nur da, wo eine Begegnung von Herz zu Herz entsteht. Jesus lebte tagtäglich mit den Menschen. Es gibt viele Berichte, wo er bei Menschen zum Essen eingeladen war, oder wo er sich selbst eingeladen hat. Auch Gott deckt uns einen Tisch (Psalm 23) und wie soll man „schmecken und sehen, wie freundlich der Herr ist“ (Psalm 34,9) ohne an seinem gedeckten Tisch zu sitzen?

Die Kirche darf nicht im Dorf bleiben, manche von ihren nicht selten unzeitgemäßen Einstellungen allerdings schon. Ich träume von einem gelebten Glauben, der so alltagsfähig und relevant ist, wie das tägliche Brot. Das ist nur möglich, wenn die Kirche zu einem Begegnungsort wird, wo am gedeckten Tisch alle Menschen sich willkommen fühlen, wie bei uns zuhause damals sonntags in meiner Kindheit. Die Kirche der Zukunft, zumindest für mich, wird eine Küche sein. Vor sieben Jahren fing ich damit an, die Bausteine dafür zu legen.

Besuche meine Projekte und sei mein Gast! Ich freue mich auf dich!